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BILD schreibt: "Der Kevin Costner von St. Pauli"



14.09.08   |   Zurück zur Übersicht
RAMON KRAMER LEBT SEIT 15 JAHREN BEI DEN SCHWARZFUSS-INDIANERN

Der Kevin Costner von St. Pauli

„Lederstrumpf“ hat er damals gelesen. Wie jeder Junge. Und davon geträumt, hoch zu Ross durch die Rockys zu reiten. Wie jeder Junge. Doch Ramon Kramer, Buchautor, Filmemacher und eingefleischter Kiez-Bewohner, hat sich diesen Traum erfüllt. Seit 15 Jahren lebt er bei den Schwarzfuß-Indianern in Montana – er ist der Kevin Costner von St. Pauli.

BILD-Interview mit Kramer in einem Straßencafé an der Wohlwillstraße. Er hat einen Laptop auf dem Schoß und einen Wild-West-Hut auf dem Kopf – mit echter Adlerfeder.Seine Altbau-Wohnung hier auf dem Kiez tauscht er immer wieder für Monate in den Bergen im fast menschenleeren Nordwesten der USA.
„Ein Kindheitstraum. 1993 bin ich mit zwei Freunden los. Habe mich Kevin-Costner-mäßig angezogen. Wollte zeigen, dass ein Gesinnungs-Indianer in mir steckt“, sagt er und muss heute darüber schmunzeln.

Der erste Trip ins Indianerland ging gründlich schief. „Manitou schickte Horrorwetter, unsere Zelte versanken im Matsch – dann standen wir da mitten in der Pampa.“
Rettung kam von den „Blackfeet“, sie nahmen die Präriebrüchigen im Wohnwagen auf. Daraus entstand Freundschaft. „Heute werde ich zu Stammeszeremonien eingeladen.“ Und er trägt den indianischen Namen „Ah-Say-Kee“ (auf Deutsch: „Guter Flötenspieler“).

Ein Buch hat er nun geschrieben: „Ich weißer Mann, Du Indianer gut!“ (Rowohlt; 9,95 Euro). Und einen Film gedreht: „Am Fuß der Rocky Mountains“.
Beide stellt er Sonntag in Hamburg vor.

Seine Erkenntnis nach 15 Jahren im Lederstrumpfland?
„Du bleibst ein Naapeekoan, ein Bleichgesicht.“

Film und Lesung mit Ramon Kramer:
Sonntag, 19 Uhr, „Hadleys“ (Am Schlump 84a).


BILD-ZEITUNG, (Volker Peschel), 18. 09.08